Blütenessenzen und die Homöopathen

von Katrina Mountfort

Während meines letzten Studienjahres der Homöopathie an der Universität von Westminster vor ein paar Jahren, habe ich untersucht, inwieweit die Blütenessenzen eine homöopathische Behandlung ergänzen können.

Als Bach Practitioner bestand mein Interesse darin, beide Behandlungsformen auf eine Art und Weise gemeinsam anzuwenden, die meine klassische homöopathische Ausbildung nicht kompromittierte.

Ich entdeckte, dass es in dieser Richtung bisher wenige Veröfentlichungen gab.

Im 1994 erschienenen The Homeopath präsentierte C. Richardson-Boedler ein paar Fallstudien, die darauf hindeuteten, dass die homöopathischen Mittel nicht gut wirkten und dass die Bachblüten als eine Art Katalysator verwendet werden könnten, um ein klares Bild des Zustandes zu zeichnen.

Ein paar Jahre zuvor beschrieb Vohra in einem Buch, das sich ganz einfach Bach Flower Remedies nennt, Fälle, bei denen die Homöopathie weitaus wirkungsvoller war, nachdem man zuvor ein paar Blütenessenzen verabreicht hatte.

Aufgrund dieser sehr begrenzten Informationen war es schwierig für mich, wirkliche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

Deshalb beschloss ich herauszufnden, inwieweit beide Techniken gemeinsam von praktizierenden Homöopathen angewendet werden.

Ich verschickte 100 Fragebögen an praktizierende Homöopathen in England. 65% antworteten, eine sehr gute Reaktion für versendete Fragbögen.

Die Resultate aus den Fragebögen

In Bezug auf die Aussagen "Die Blütenessenzen können eine homöopathische Behandlung ergänzen / verbessern" war die Reaktion wie folgt: 78% der Befragten stimmten entweder zu oder stimmten sogar ausdrücklich zu.

Nur ein einziger stimmte dem nicht zu und der Rest stimmte neutral ab - weder zu noch nicht zu.

74% der Befragten hatten in ihrer Praxis schon einmal Blütenessenzen angewendet.

Die Mehrheit (54%) wendete sie in weniger als 10% der Fälle an und von diesen verwendeten 3 ausschließlich Dr. Bach’s Notfall Bach Blütenmix.

2 behaupteten, dass sie diese nur sehr selten anwendeten. 20% wandten sie bei mehr als 10% ihrer Patienten an.

Das beliebteste Blüten System war eindeutig das von Dr. Bach (64%), gefolgt von den australischen Buschblüten (54%) und den Bailey Essenzen (8%).

Nur 5 der befragten verwendeten ganz andere Essenzen (8%).

Am häufgsten wurden Blütenessenzen während einer homöopathischen Behandlung deshalb verabreicht, damit sich der Patient mehr unterstützt und auch mehr einbezogen in die Behandlung fühlt.

Andere Gründe waren:

  • Ein verabreichtes Heilmittel zu unterstützen oder extra Hilfe zu geben
  • Den Patienten dann zu unterstützen, wenn dieser zwar gut auf das Heilmittel reagiert, jedoch unter starkem emotionalen Stress leidet
  • Wenn das letzte Mittel noch am Wirken und es noch nicht angemessen ist, ein anderes Mittel zu verabreichen, obwohl es unterstützend währe, etwas zu geben
  • Um zu unterstützen, sollten nach einer homöopathischen Behandlung intensive Emotionen freigeworden sein

Zusätzliche Kommentare waren beispielsweise der Glaube, dass Homöopathie und Blütenessenzen auf unterschiedlichen Ebenen wirkten und dass die beiden Therapieformen einander nicht im Weg stünden.

Manche hatten Bedenken bzgl. des Nutzefektes, der Kosten und des Erkennens, was gewirkt hat Diejenigen, die zugestimmt hatten, dass Blütenessenzen eine homöopathische Behandlung ergänzen könnten, diese aber selbst nicht verwendeten, gaben als Grund dafür mangelndes Wissen an.

Diejenigen, die neutral verblieben, taten dies deshalb, da sie der Meinung waren, dass Homöopathie ausreichend erschien.

Der Mangel an Wissen wurde oftmals genannt und das Bedenken über das fehlende Wissen darüber, was bisher gewirkt hat und, dass das Einsetzen von Blütenessenzen bedeutet, sich von der klassischen und reinen Homöopathie wegzubewegen.

Diejenigen, die die Basisaussage eindeutig ablehnten, behaupteten: "Wenn man das richtige homöopathische Medikament verabreicht, braucht man keine weiteren Ergänzungen."

Interview Resultate

Einige Homöopathen habe ich sogar persönlich interviewt und folgenden Resultate ergaben sich zusammengefasst daraus:

  • Oftmals geschieht eine Begegnung mit den Blütenessenzen durch eine persönliche Erfahrung, doch Seminare sind wertvoll, um mehr über sie zu lernen und andere begeistern zu können.
  • Die Lehrpläne mancher Hochschulen beinhalten die Blütenessenzen. Einer, der von mir Befragten hielt dies für sehr unpassend, obwohl die Möglichkeit, das persönliche Interesse innerhalb eines homöopathischen Kurses verfolgen zu können, gefördert werden sollte.
  • Homöopathische Practitioner freuen sich über Patienten, die sich selbst behandeln und ermutigen diese auch dazu.
  • Während einer homöopatischen Behandlung werden Blütenessenzen in akuten Situationen häufg mit angewendet.
  • Es herrschte Übereinstimmung darin, dass es bei der üblichen Erstverschlimmerung sehr wohl angebracht ist, noch zusätzlich Blütenessenzen anzuwenden.

Es ist ein großes Anliegen zu erkennen, welches Mittel gewirkt hat.

Der Erfolg aus dem Mischen beider Behandlungsformen war für einige efektiver als für andere.

Auf jeden Fall waren fehlende Kenntnisse über die Blütenessenzen sehr häufg anzutrefen, sogar bei denjenigen, die sie anwendeten.

Braucht es also im Rahmen einer homöopathischen Behandlung die Blütenessenzen?

Diejenigen, die nicht mit der Basisaussage übereinstimmten dachten eher, dass Homöopathie völlig ausreichend sei.

Doch dies war die Minderheit.

Die Umfrage zeigte deutlich, dass es genügend Beweise dafür gibt, dass die Blütenessenzen eine homöopathische Behandlung sehr wohl positiv ergänzen können.

Natürlich ist dies alles anekdotenhaft und um es wirklich beweisen zu können, müsste man klinische Studien machen.

Diese lagen jedoch komplett außerhalb meines Projektes Rahmen.